ABLENKUNG DURCH ANTIPATHIE
“Erbarme Dich unser, o Herr, erbarme Dich unser: denn wir sind übermäßig mit Verachtung überhäuft.”
Psalm 123:3
Unsere Vorsicht gilt weniger einem Schaden an unserem Glauben an Gott als einem Schaden an unserer christlichen Gemütsart. "Darum achte auf deinen Geist, dass ihr nicht treulos handelt." Die Gemütsart hat gewaltige Wirkungen, sie ist der Feind der geradewegs in die Seele eindringt und das Denken von Gott ablenkt. Bestimmten Gemütsarten dürfen wir uns niemals hinzugeben; wenn wir es tun, finden wir unsere Ablenkung vom Glauben an Gott vor, und bis wir zur ruhigen Stimmung vor Gott zurückkehren, ist unser Glaube an Ihn null, während unser Vertrauen auf das Fleisch und auf menschlichen Scharfsinn herrscht.
Hüte dich vor "den Sorgen dieser Welt," weil gerade sie eine falsche Seelenstimmung hervorbringen. Erstaunlich ist die gewaltige Macht einfacher Dinge zur Ablenkung unserer Aufmerksamkeit von Gott. Weigere dich von den Sorgen dieses Lebens überschwemmt zu werden.
Eine weitere uns ablenkende Sache ist die Begierde nach Rechtfertigung. St. Augustinus betete — "O Herr, befreie mich von dieser Begierde mich immer zu rechtfertigen." Jene Gemütsart zerstört den Glauben der Seele an Gott. "Ich muss mich erklären; ich muss die Menschen zum Verstehen bringen." Unser Herr erklärte niemals etwas; Er ließ Irrtümer sich selbst berichtigen.
Wenn wir das fehlende geistliche Weitergehen der Menschen erkennen und die Erkenntnis in Kritik übergehen lassen, versperren wir unseren Weg zu Gott. Gott gibt uns Unterscheidungsvermögen niemals zur Kritik, sondern zur Fürbitte.