WOFÜR MAN BETEN SOLL
“Die Menschen sollen immer beten, und nicht ermatten”
Lukas 18:1
Du kannst ohne Glauben an die Wirklichkeit der Erlösung keine Fürbitte tun; du wirst Fürbitte in die unterwürfige Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Gottesferne nur vergrößerndes nutzloses Mitgefühl verwandeln. In der Fürbitte bringst du die Person, oder den dich bedrängenden Umstand vor Gott bis zum Bewegtwerden deiner selbst durch Seine Haltung gegenüber jener Person oder jenem Umstand. Fürbitte bedeutet aufzufüllen "was von den Bedrängnissen Christi zurückgeblieben ist," und darum gibt es so wenige Fürbitter. Fürbitte wird auf die Linie gestellt — "Versetze dich an seine Stelle." Niemals! Versuche dich an Gottes Stelle zu versetzen.
Sei als Arbeiter vorsichtig, mit den Mitteilungen der Wirklichkeit von Gott Schritt zu halten oder du wirst zerschmettert. Wenn du zu viel weißt, mehr als Gott planvoll für dein Wissen vorgesehen hat, kannst du nicht beten, der Zustand der Menschen ist zu erdrückend für dein mögliches Hindurchgelangen zur Wirklichkeit.
Unsere Arbeit liegt in der konkreten Kontaktaufnahme mit Gott in Bezug auf alles, und wir weichen ihr durch unser Werden zu aktiven Arbeitern aus. Wir tun die tabellarisch erfassbaren Dinge statt der von uns verweigerten Fürbitte. Fürbitte ist die eine Sache ohne Fallen, denn sie hält unsere Beziehung zu Gott vollkommen offen.
Bei der Fürbitte ist darauf zu achten, dass keine Seele nur notdürftig geflickt wird und jede zur Berührung mit dem Leben Gottes hindurchgelangt. Denke an die Zahl der von Gott auf unseren Weg gebrachten und von uns fallen gelassenen Seelen! Wenn wir auf der Grundlage der Erlösung beten, schafft Gott etwas auf keinem anderen Weg als durch Fürbittengebet.